© Hl. Heimrad

Der heilige Heimrad (aus Meßkirch)

Nachdem dieser Heilige lange Zeit vergessen im Dunkel der Geschichte schlummerte, verdankt er maßgeblich Karl Georg (Charly) Sauter seine Wiederentdeckung.

Um 1950 forschte Charly Sauter nach den ersten urkundlichen  Erwähnungen von Meßkirch und stieß dabei auf die Vita des Hl. Heimrad.

Die Vita lag nur in einer lateinischen Version vor und es fand sich niemand, der den Heiligen kannte. Nachdem mithilfe von Pfarrer Rudolf Adler und dem späteren Erzabt von Beuron Hieronymus Nitz eine deutsche Übersetzung vorlag, kam es durch seinen Vetter Prof. Dr. Hagen Keller zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner Vita.

Über Willi Burth, einen befreundeten Priester in Freiburg, gelang es den Hl. Heimrad wieder in den Heiligenkalender aufzunehmen. Sein Namenstag wurde ursprünglich am 28. Juni gefeiert, jedoch wegen Peter&Paul auf den 27. Juni vorverlegt.

Um 1965 knüpfte Charly Sauter Kontakte nach Hasungen, dem Wirkungsort des Hl. Heimrad und fand in Herr Müller einen lieben Mitstreiter.

In den 1970iger dichtete Charly das Heimradslied, das er von Willi Burth vertonen ließ. Dieses Lied wird in Meßkirch und Hasungen heute nach wie vor gesungen.

Ebenso ließ er in den 1970iger seinen Freund Lothar Rohrer ein Gemälde anfertigen (s.u) , das den Heiligen und einige Szenen aus seinem Leben darstellt. Nach diesem Bild entstand auch die von Charly Sauter in Auftrag gegebene  und der Kirche gestiftete Statue, die sich in der Martinskirche in Meßkirch befindet.

Ein Theaterspiel von Charly Sauter liegt ebenfalls vor.

Christoff Witt und Markus Blanz haben in Meßkirch seither weitere Bücher über den HL. Heimrad veröffentlicht.

Charly Sauter verstarb am 28.06.2007 (am Namenstag des Hl. Heimrad)

(Gemälde von Lothar Rohrer)

Zusammenfassung 

Der hl. Heimrad wurde um 965 in Meßkirch geboren und diente als Priester einer „vornehmen Dame“. Nach seiner Priesterweihe pilgerte Heimrad nach Rom und Jerusalem und wirkte anschließend in Hessen. In Meßkirch ist er mit einer Stele und im Deckenfresko in St. Martin verewigt. Von seinen Wirkungsstätten in Hasungen sind nur wenige Spuren erhalten geblieben. Dazu gehören die Stelle der Michaeliskirche, wo Heimrad gepredigt hat und Fundamente des Glockenturms des Klosters, welches nach Heimrads Tod errichtet wurde. Ein Holzkreuz – errichtet von Menninger Pfadfindern – markiert die Grabstelle des Hl. Heimrad, an der sich so viele Wunder ereignet haben, dass Hasungen neben Nürnberg zum meistbesuchten Pilgerort Deutschlands wurde.

Der heilige Heimrad war beseelt von religiösem Ernst, intensiver Frömmigkeit mystisch-ekstatischer Art. Empfangene Almosen verteilte er selbstlos an Arme. Durch sein Verhalten und seine Predigten wurde er von weltlichen und kirchlichen Würdenträgern angefeindet, verjagt und mehrfach ausgepeitscht. Heimrad wurde jedoch noch zu Lebzeiten, besonders aber nach seinem Tod am 28.6.1019 rehabilitiert. Auf dem Hasunger Berg hatte Heimrad „sein Bergerlebnis“ – er sah den Himmel offen und ließ sich daher dort nieder. Er wurde durch seine fromme Lebensweise und seine Predigten schnell bekannt und galt als Hüter des Christentums im ost-fränkischen Grenzland.

Der Mönch Ekkebert von Hersfeld schrieb in seiner Vita Heimradi: „Er geht frei von äußeren Bindungen einen besonderen Weg zum Heil“.